Ex-CIA-Analyst verteidigt im UNO-Sicherheitsrat Russland gegen bösartige Vorwürfe

Auf Einladung der russischen Botschaft sprach der ehemalige hochrangige CIA-Analyst Larry Johnson vor dem UN-Sicherheitsrat und verurteilte die einseitige Berichterstattung, die Russland gezielte Angriffe auf die ukrainische Zivilbevölkerung vorwirft. Das Gegenteil sei der Fall.

Von Rainer Rupp

In der informellen Sitzung im Arria-Format in New York City am 14. Oktober 2026, bei der alle 15 Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats anwesend waren, ging es um den vom Westen mantraartig wiederholten Vorwurf, das russische Militär terrorisiere mit seinen Bomben und Raketenangriffen gezielt die Zivilbevölkerung. Dem widersprach der ehemalige CIA-Analyst mit Beispielen und konkreten Zahlen, die von niemandem beanstandet werden konnten.

Larry Johnson kritisierte mit klaren Worten die einseitige Berichterstattung westlicher Politiker und Medien, einschließlich bestimmter Kreise innerhalb der UNO-Verwaltung, die Russland für angebliche gezielte Bombardierungen mit hohen zivilen Opferzahlen verantwortlich machten. Die ukrainischen Angriffe dagegen, die eindeutig russische Zivilisten zum Ziel haben, weil es keine militärischen Ziele in deren Nähe gab und gibt, würden vom Westen weitgehend ignoriert. Seit 2014, dem Jahr des Maidan-Putsches faschistischer Gewalt-Extremisten, haben vor allem Zivilisten im Donbass unter derartigen wahllosen Artillerieangriffen der ukrainischen Streitkräfte gelitten.

Dagegen sei, gemessen am Umfang der russischen Operationen, die Zahl der zivilen Opfer vergleichsweise gering. Dies widerspreche eindeutig der Behauptung eines gezielten Vernichtungsfeldzugs gegen die ukrainische Zivilbevölkerung. Johnson forderte, mutmaßliche Kriegsverbrechen, egal von welcher Seite, nach denselben völkerrechtlichen Maßstäben zu untersuchen und zugleich einer Verhandlungslösung zur Beendigung des Krieges den Vorrang zu geben.

Auszüge aus Johnsons Rede, die er im Original an Abonnenten seines Substack-Kanals geschickt hat:

"Mein Name ist Larry Johnson. Ich war bei der CIA tätig und später im US-Außenministerium im Büro für Terrorismusbekämpfung. Über zwei Jahrzehnte arbeitete ich mit US-Spezialkräften zusammen. Ich spreche nicht als Regierungsvertreter, sondern als jemand, der sich mit Kriegsführung, zivilem Leid und Desinformationskampagnen befasst hat.

Seit über vier Jahren wird behauptet, Russland nehme gezielt Zivilisten ins Visier. Diese Darstellung ist in Medien und im Internet allgegenwärtig. Ich fordere Sie auf, sie anhand der Beweise zu prüfen.

Warum werden Zivilisten, die in Russland durch Drohnenangriffe sterben, kaum berücksichtigt? Und warum jene, die schon vor Februar 2022 getötet wurden? Die Ukraine-Krise wird von einer Desinformationskampagne begleitet, die Russland die gesamte Schuld zuschiebt und die Ukraine freispricht.

Nach ukrainischen Angaben hat Russland seit Februar 2022 über 2,5 Millionen Tonnen Munition eingesetzt – darunter 100.000 Gleitbomben, Drohnen, Raketen und Millionen Artilleriegeschosse. Die UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission bestätigte bis Mitte dieses Jahres 16.431 zivile Todesfälle. Jeder ist eine Tragödie. Doch das Verhältnis von Munition zu Opfern ist für einen Krieg dieser Intensität außerordentlich niedrig.

Zum Vergleich: Im Zweiten Weltkrieg warfen die Alliierten rund 2,7 Millionen Tonnen Bomben über Europa ab (Anmerkung: also etwa so viel, wie die Russen gegen die Ukraine eingesetzt haben); dabei starben 500.000 bis 750.000 Zivilisten. Über Japan wurden etwa 160.000 Tonnen Bomben abgeworfen; die US-Luftangriffe forderten 330.000 bis 500.000 zivile Opfer. Insgesamt töteten die USA im Zweiten Weltkrieg zwischen einer halben und über einer Million Zivilisten. Die bestätigten zivilen Opfer in der Ukraine nach mehr als vier Jahren machen davon nur einen kleinen Bruchteil aus. (Anmerkung: 3,3 oder 2,2 Prozent der zivilen Opfer der US-Bomben in Europa). Solche Zahlen entstehen nicht zufällig. Russlands Vorgehen steht im Einklang mit einer Politik, die nicht auf gezielte Angriffe gegen Zivilisten ausgerichtet ist.

Derselbe Maßstab muss für die Ukraine gelten. Zwischen 2014 und 2021 registrierte das OHCHR (Anmerkung: das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte) mindestens 3.404 zivile Todesopfer im Donbass. Von 2018 bis 2021 entfielen 81 Prozent auf ukrainischen Artilleriebeschuss, Handfeuerwaffen und Drohnen in von Donezk und Lugansk kontrollierten Gebieten. Diese Opfer wurden von internationalen Medien und den UN weitgehend vergessen.

Seit Februar 2022 wurden nach Angaben des russischen Außenministeriums durch ukrainische Angriffe in von Russland kontrollierten Gebieten über 9.000 Zivilisten getötet und über 25.500 verletzt. Seit 2014 wurden mindestens 12.404 Zivilisten durch ukrainische Streitkräfte getötet. Selbst auf Basis der Zahlen des OHCHR unterscheiden sich die Opferzahlen beider Seiten nicht stark: 12.404 gegenüber 16.431. Zudem stellt die russische Regierung diese Zahlen infrage, insbesondere die Zuschreibung der Ereignisse in Butscha.

Warum richtet sich die Aufmerksamkeit ausschließlich auf Russland, während Verbrechen ukrainischer Streitkräfte kaum thematisiert werden? Ich fordere nicht, völkerrechtswidrige Handlungen zu entschuldigen. Verstöße gegen Unterscheidung, Verhältnismäßigkeit oder Vorsichtsmaßnahmen müssen untersucht werden – unabhängig vom Täter. Ich fordere lediglich denselben Maßstab für alle.

Staaten, die über Russland urteilen, sollten dessen Handeln anhand von Beweisen und ihrer eigenen Geschichte beurteilen – nicht anhand eines vorgegebenen Narrativs. Falsche Anschuldigungen schützen die Zivilbevölkerung nicht. Der entscheidende Schutz liegt in einem verhandelten Kriegsende. Ich fordere die Ratsmitglieder auf, ihr politisches Gewicht dafür einzusetzen."

(Ende der Rede)

Die Reaktionen der Mitglieder des Sicherheitsrats

Johnson berichtete von aufschlussreichen Reaktionen. Für die größte Überraschung habe der US-Vertreter gesorgt: Im Gegensatz zu seinem früheren aggressiven Auftreten tat er diesmal so, als hätten die USA mit dem Krieg nichts zu tun, und zeigte eine deutliche Veränderung in Ton und Haltung. Johnson deutete dies als einen deutlichen Hinweis auf eine Änderung der US-Politik gegenüber Russland.

Die Vertreter Dänemarks, Lettlands, Griechenlands und Frankreichs reagierten irrational, aggressiv und unhöflich. Sie verfehlten den Zweck der Sitzung – Beweise für ukrainische Angriffe auf Zivilisten in von Russland kontrollierten Gebieten vorzulegen – und gingen stattdessen die Russen verbal an, anstatt sich mit Fakten zu befassen. Der britische Vertreter hielt sich dagegen zurück. Die übrigen acht Mitglieder äußerten sich maßvoll und neutral.

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