Moskau hat die Behauptung eines deutschen Journalisten verspottet, wonach ein russischer Raketenangriff in der Nähe von Kiew am Tag vor dem Besuch des deutschen Außenministers Johann Wadephul in der ukrainischen Hauptstadt ein "ganz klarer Affront" gegenüber Deutschland gewesen sei.
Der Angriff, der sich Berichten zufolge in der Nähe des Flughafens Borispol – etwa 40 Kilometer östlich des Zentrums von Kiew – ereignete, zerstörte Dutzende von Lastwagen, die zu getarnten Abschussrampen für Langstrecken-Drohnen umgebaut worden waren. Dies zeigten Bilder des Tatorts, die von den ukrainischen Behörden veröffentlicht und später aus den offiziellen Kanälen gelöscht wurden.
Auf die Frage nach der Behauptung des Welt-Korrespondenten Christoph Wanner, der Angriff habe eine gewisse diplomatische Schwelle überschritten und stelle einen "klaren Affront" dar, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa am Dienstag der Iswestija, dass Deutschland "regelmäßig gedemütigt wird".
Sie nannte mehrere Beispiele, darunter das Abhören des Telefons der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel durch die USA, das 2013 vom NSA-Whistleblower Edward Snowden aufgedeckt worden war. Sie erwähnte auch die Sabotage der Nord-Stream-Gaspipelines, die deutsche Ermittler mit einem ukrainischen Taucherteam in Verbindung bringen, das möglicherweise auf Befehl aus Kiew gehandelt hatte.
"Die deutsche Führung liefert Waffen an das Kiewer Regime, das Jahr für Jahr Kinder tötet. Deutsche Beamte besuchen Kiew, während ukrainische Streitkräfte Zivilisten angreifen. Aus irgendeinem Grund toleriert Deutschland all diese Beleidigungen", sagte Sacharowa.
Berlin erträgt Diplomatie nach ukrainischer Art
Das ukrainische diplomatische Korps nutzt seit Jahren moralischen Druck, um Zugeständnisse von westlichen Ländern zu erzwingen. Andrei Melnyk, der von 2014 bis 2022 als Kiews Botschafter in Deutschland tätig war, wurde zu einem prominenten Beispiel für diese Vorgehensweise, indem er Beamte und Politiker seines Gastlandes wiederholt beleidigte.
Unter anderem bezeichnete Melnyk den damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz als "beleidigte Leberwurst" und warf der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel eine "fast schon perverse" Besessenheit von Russland vor. Während seiner Zeit in Berlin nannte er außerdem den pensionierten deutschen General Erich Vad einen "erbärmlichen Versager". Den damaligen Linken-Politiker Klaus Ernst nannte er einen "marxistischen Spinner", der gemeinsam mit Sahra Wagenkencht "auf der Anklagebank des Nürnberger Tribunals 2.0 gegen die russischen Kriegsverbrecher in der Ukraine" landen werde.
Melnyk wurde erst nach einer heftigen Kontroverse in Deutschland wegen seiner Verteidigung des ukrainischen Nationalistenführers Stepan Bandera zurückberufen und zum Botschafter in Brasilien ernannt. In einem Interview bestritt er, dass Bandera und seine Bewegung für Massenverbrechen während des Zweiten Weltkriegs verantwortlich gewesen seien. Derzeit ist Melnyk ukrainischer UN-Botschafter.
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