"Zu Washington und Tel Aviv Nein sagen" – Julian Assange über die Wahl "Lula gegen Bolsonaro"

Wikileaks-Gründer Julian Assange kommentierte am Tag vor dem Stichwahltermin in Brasilien seine persönlichen Erfahrungen mit den beiden Kontrahenten "Lula" da Silva und Flávio Bolsonaro. Assange erklärt dazu auf X, welcher der beiden Kandidaten im Zeitraum seiner Einzelhaft sich für ihn politisch einsetzte.

Einen Tag vor dem notwendigen Stichwahltermin in Brasilien, zwischen dem amtierenden Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva und seinem Herausforderer Flávio Bolsonaro, informierte der WikiLeaks-Gründers Julian Assange am 24. Oktober in einem X-Beitrag zu dem jeweiligen Agieren der beiden Kandidaten im Zeitraum bis Juni 2024, dem Ende der inhumanen Inhaftierung im Hochsicherheitsgefängnis HMP Belmarsh in London. Laut Assange gab es im Verlauf seiner Einzelhaft nur nachweisliches Interesse an seiner Person seitens des heute 80-jährigen Lula. 

Julian Assange erklärt unmissverständlich in dem X-Beitrag, dass der Wahlgewinner vom Sonntag, Brasiliens Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, "für meine Freiheit gekämpft hat." Die Darlegung lautet weiter, bezogen auf die Realitäten seines jahrelangen Haftmartyriums in Großbritannien:

"Im Gegensatz dazu taten Jair und Flávio Bolsonaro nichts und sagten nichts."

Einleitend heißt es in der X-Mitteilung:

"Lula gegen Bolsonaro: Ich verbrachte 1.901 Tage in Einzelhaft, weil ich die Wahrheit über die Morde und Spionageakte der US-Regierung, unter anderem gegen Brasilien und seine Industrie, aufgedeckt hatte. Lula, der damals nicht an der Macht war, kämpfte für meine Freiheit. Lula, der an der Macht war, sprach mit Papst Franziskus über meine Verfolgung, woraufhin dieser beschloss, sich mit meiner Familie zu treffen und zu helfen."

Das in dem Beitrag verwendete Foto zeigt laut Assange ein Treffen mit Lula nach seiner Freilassung in Rom, um dort "den Tod des Heiligen Vaters zu betrauern." Dazu heißt es:

"Lula war freundlich zu meinen Kindern und verlangte nichts dafür."

Die beiden Bolsonaro-Politiker hätten hingegen auch nach der Freilassung keinen Kontakt zu ihm gesucht. Assange kommentiert in seinem Beitrag zudem gewohnt offensiv seine Blick auf die politischen Realitäten in Brasilien, um darzulegen, dass es in dem hochverschuldeten Land "ohne die Fähigkeit, Washington und Tel Aviv Nein zu sagen, keine Innenpolitik geben wird."

Demgegenüber andauernd "nur Anweisungen aus dem Ausland". Und diese hätten immer den gleichen Inhalt:

"'Weitet unseren Raub an Ressourcen und Löhnen aus und haltet den Mund darüber, dass wir Kinder ermorden.' Die Verräter werden alles im Austausch für ein Stück vom Kuchen hergeben, sogar ihre eigene Zunge."

Zuvor hatte sich Assange im Vormonat auf X zur Freude seiner weltweiten Unterstützer mit lediglich eine kurzen Satz zu Wort gemeldet. Dieser lautete:

"Ich bin zurück."

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