Einen Tag nach dem Erdbeben der Stärke 7,4 in Kolumbien klettert die Zahl der Opfer weiterhin in die Höhe. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters hat die Naturgewalt mindestens 164 Menschenleben gefordert. Allein in der Stadt Cali mit rund 2,2 Millionen Einwohnern kamen demnach mindestens 85 Menschen ums Leben. In der Stadt Pereira waren es mindestens 66. Die Zahl der Todesopfer könnte weiter steigen, da am Dienstag noch zahlreiche Menschen vermisst wurden.
Am Montagabend hatten die Behörden des südamerikanischen Landes noch 132 Todesopfer gemeldet. Die Zahl der Verletzten wurde auf 570 beziffert. Sowohl in Cali als auch in Pereira stürzten mehrere Gebäude ein. Die Behörden sprachen von mindestens 86 zerstörten Gebäuden, weitere 1.575, darunter 52 Bildungsstätten und 18 medizinische Einrichtungen, wurden beschädigt. Sieben Flughäfen stellten ihren Betrieb vorübergehend ein. Die Stromversorgung, Telefon- und andere Kommunikationsverbindungen waren beeinträchtigt.
Staatschef Abelardo de la Espriella, der erst am Freitag sein Amt angetreten hatte, rief einen landesweiten Notstand aus. Alle institutionellen Kapazitäten würden dadurch mobilisiert, um angemessen auf die Katastrophe reagieren zu können, erklärte der Politiker. Priorität habe die Rettung der Menschen, die unter den Trümmern begraben seien.
Viele nord- und südamerikanische Länder boten Kolumbien Hilfe an. So stellte das US-Außenministerium 15,5 Millionen US-Dollar für Notunterkünfte, Lebensmittel und weitere Hilfsmaßnahmen bereit. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb im Onlinedienst X:
"Wir haben bereits unseren Satellitendienst Copernicus mobilisiert, um bei den Rettungseinsätzen zu helfen."
El Salvadors Präsident Nayib Bukele erklärte, sein Land sei bereit, Rettungskräfte, medizinisches Personal und Hilfsgüter zu schicken. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva betonte, sein Land stehe Kolumbien weiterhin zur Verfügung, um die notwendige Unterstützung zu leisten.
Das Beben hatte sich um 7.34 Uhr Ortszeit oder 14.34 Uhr MESZ. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Departamento Chocó. Dem US-amerikanischen Geologischen Dienst (USGS) zufolge hatte der Erdstoß die Stärke 7,4. Darauf folgten zahlreiche Nachbeben. Die Erschütterungen waren auch in der Hauptstadt Bogotá und in den Nachbarländern Venezuela, Ecuador und Panama zu spüren.
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